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Ebenfalls noch im Familienbesitz ist diese schöne Violine von Carl Friedrich I Pfretzschner aus dem letzten Drittel des 18ten Jahrhunderts. Geboren 1743, wurde Carl Friedrich I am 21.05.1766 als Meister in die Geigenmacher-Innung aufgenommen wurde. Zusammen mit anderen Markneukirchner Meistern gründet er am 11.04.1777 die Saitenmacher-Innung für das Gebiet Kursachsens mit Sitz in Markneukirchen und war einer deren Meister und später Schaumeister. Bei seinem Tode 1798 nennt ihn der Kirchenbuchführer "Bürger und Vormeister der Seitenmacher, wie auch Meister bei den Geigenmachern". Die Fachwelt spricht bei seinen Geigen über "prächtige Werke der deutschen Geigenbaukunst mit persönlichstem Ingenium das der alten vogtländischen Geiegnbauschule eigen ist." Lütgendorff schreibt über ihn, dass er offenbar italienische Vorbilder kannte, die er auch nachahmte.

 

Das hier gezeigte Instrument weist eine hohe Wölbung auf und hat eine Stark ausgeprägte Hohlkehle. Die Randeinlagen sind sehr fein gearbeitet und liegen ungewöhlnlich weit außen. Der dunkle, gelbbraune Lack ist weitgehend gut erhalten. Die Schnecke weist die für Pfretzschner-Schnecken charakteristischen Merkmale auf. Das Instrument wurde vornehmlich an der Decke einmal im späten 19ten Jahrhundert von Bruno Callsen aus Zwickau (der sich unterhalb des rechten f-Lochs verewigte) und später noch einmal von Jochen Voigt in München fachmännisch repariert. Interessant ist der Zettel, der die von Carl Friedrich bekannte Aufschrift "Cremonien Hieronimi Fili Antoni Nepos ..." aufweist. Die Jahreszahl 169? belegt, dass er seine Instrumente gerne in die Zeit der großen Cremoneser Geigenbauer datierte.

 

Das Instrument ist unverkäuflich.

 

Korpus:  35,5 cm

Halsmensur:  13,0 cm

Korpusmensur:  19,4 cm

Oberbügel:  16,0 cm

Mittelbügel:  10,5 cm

Unterbügel:  20,1 cm

 

Carl Friedrich Pfretzschner - ca. 1775

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