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Eine sehr gut erhaltene Viola von Johann Gottfried Pfretzschner aus dem Jahr 1772 sehen Sie hier. Johann Gottfried wurde 1733 als erster Sohn von Johann Elias Pfretzschner in Markneukirchen geboren.  Das Geigenmacherhandwerk erlernt e vermutlich vom Vater und wird am 05.10.1751 als Meister in die Geigenmacher-Innung Markneukirchen aufgenommen. Zusammen mit seiner Frau Maria Sophie (geb. Müller) hat er einen Sohn, Carl Wilhelm, der 1766 zur Welt kommt. Johann Gottfried stirbt früh im Alter von nur 38 Jahren.

 

Laut Lütgendorff gehörte er zu den Neukirchner Geigenmachern, die gerne "Cremona" als Ursprungsort angaben oder Jacob Stainer zum Erfinder der Violine ernannten. Er scheint talentvoll gewesen zu sein und hat wahrscheinlich auch italienische Instrumente gekannt. Das hier gezeigte Instrument trägt einen gedruckten Zettel mit der Aufschrift:

 

Johann Gottfried Pfretzschner,

erfunden von Jacob Steiner in Absam,

prope Oenipuntum. Ao. 1772

 

Dieser Zettel ist in mehrfacher Hinsicht interessant. Zum eine wird Stainer mit "ei" geschrieben, obwohl laut Lüttgendorff ein ähnlicher Zettel von 1768 bekannt ist auf dem Stainer "richtig" geschrieben ist. Prope Oenipontum (in der Nähe von Innsbruck) schrieb auch Stainer auf seine Zettel. Auf dem hiesigen wird es aber ganz klar mit "u" anstatt mit "o" geschrieben. Er hat wohl viele unterschiedliche Zettel verwendet. Besonders auffällig ist jedoch die Jahreszahl, 1772. Johann gottfried starb am 09.08.1771. Vermutlich (und hier kann man wirklich nur mutmaßen) hatte er das Instrument noch begonnen und jemand anderes (vielleicht sein Bruder Johann Carl) hat es fertiggestellt und dann verkauft. 

 

Das Instrument stammt aus dem Nachlaß eines französichen Musikprofessors, der wohl zeitlebens viel damit gespielt, es aber nicht sonderlich gut gepflegt hat. Die Form der Viola ähnelt einem Hopf-Modell. Der ganze, leicht geflammte Ahornboden und auch die Decke sind stark gewölbt. Wie bei allen Pfretzschners ist die Schnecke auch hier nicht wirklich schön gearbeitet. Der dunkle, gelbbraune Lack ist sehr gut erhalten.

 

Das Instrument ist unverkäuflich.

 

Korpus:  39,5 cm

Halsmensur:  14,4 cm

Korpusmensur:  21,3 cm

Oberbügel:  18,0 cm

Mittelbügel:  11,8 cm

Unterbügel:  22,2 cm

 

Johann Gottfried Pfretzschner - 1772

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